Pilotprojekte im Rebstockpark Frankfurt am Main – Energieeffizientes Bauen 3-Liter-Energiehaus der Unfallkasse Hessen

Okt 27, 2004   //   by roesslerpr   //   Aus der Agentur, Immobilien  //  Kommentare deaktiviert

Rebstockpark - LogoDer Energieverbrauch bei Bürogebäuden lässt sich heute um mehr als 30 Prozent senken, im Passivhaus-Standard sogar bis 75 Prozent. Die dafür notwendige Technik ist heute bereits realisierbar, ohne dass auf Komfortstandards verzichtet werden muss. „Wirtschaftlich“, so die innovativen Planer von der Braun & Voigt Projektmanagement GmbH in Frankfurt, „ist diese Vision durchaus darstellbar.“ Im Auftrag der Unfallkasse Hessen wird im Rebstockpark Frankfurt, dem grünen Frankfurter Stadtteil, derzeit ein solches Niedrigenergiehaus als Verwaltungsgebäude realisiert - das „3-Liter-Energiehaus“. Die Fertigstellung ist für 2005 geplant.

Frankfurt, Oktober 2004. Rund 40 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland wird von Gebäuden verursacht. Vor diesem Hintergrund sehen sich die Planer und Architekten der Braun und Voigt Planungs- und Projektmanagement GmbH in der zwingenden Verantwortung, auf eine Reduzierung des Gesamtenergieverbrauchs hinzuwirken. Mit ihrem Projekt erzielten Braun & Voigt Projektmanagement GmbH den ersten Preis der Ausschreibung der Unfallkasse Hessen, einem der Investoren des Frankfurter Rebstockparks.

Im Vordergrund standen bei der Planung des Gebäudes  standen nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch Nutzungskomfort und Betriebs- und Investitionskostenreduzierung. Die Minimierung des Energiebedarfs war in allen Planungsphasen und –details maßgeblich und hatte nicht nur erheblichen Einfluss bei der technischen Planung. Ihr Einfluss zeigt sich auch bei architektonischen Details, wie Fassadengestaltung , Sonnenschutz und Beleuchtung. Als besonders wichtiger Baustein des Energiesparmodells hat sich dabei die hochwertige Fassade erwiesen: Mit einem Glasanteil von ca. 50 Prozent ist ein minimaler Transmissionswärmeverlust gewährleistet.

Ab- und Erdwärme
Die Wärme entsteht durch eine Wärmepumpe, die sowohl Abwärme als auch Erdwärme nutzt. Die Erdwärme wird über 68 Erdsonden gewonnen, die über 50 Meter tief gebohrt wurden. Den Wärmeaustausch übernehmen mehr als 4.500 Quadratmeter Betondecken. Zusätzlich wird die zugeführte Außenluft in jeder Büroetage durch 28 °C warmes Wasser temperiert. In die Rohdecke wurde ein Randstreifenelement eingelassen, das die raumweise Temperatur-Regelung ermöglicht.

Optimierte Zuluftsysteme

Insgesamt 297 sogenannte Luftboxen versorgen die Büroräume mit temperierter Außenluft. Der Austausch, ca. 40 m3 pro Person, erfolgt über Unterdruck in den Räumen und erspart so die aufwendige Mechanik in den Luftboxen. Dadurch konnten Schachtflächen eingespart und der so gewonnene Raum der Nutzfläche zugeschlagen werden.

Das gesamte Gebäude soll im Sinne eines nachhaltigen natürlichen Lüftungssystems über Luftboxen in der Fassade und Überströmöffnungen in den Trennwänden für die Mittelzone belüftet werden.

Kühlung über „Entwärmung“

Die Kühlung erfolgt über Betonkernaktivierung der Decke. Über die Wärmepumpe kann das Gebäude auch „entwärmt“ werden. Dazu ist eine spezielle Steuerung  der Lüftung (Nachtauskühlung)wie auch die Nutzung der Geowärme möglich. So ist gewährleistet, dass die Temperaturen im Sommer nicht über 28 Grad Celsius steigt.

Schrägwinkeliger H-Typ
Die Grundrisskonfiguration des Gebäudes wurde mit dem Gestaltungskodex von Peter Eisenmann festgeschrieben. Das Gebäude besteht aus zwei 9-geschossigen Risaliten und einem trapezförmigen 7-geschossigen Mittelbau, sowie zwei unterirdischen Garagengeschossen und Lagerflächen. Die oberirdische Bruttogeschoßfläche umfasst 9.300, die unterirdische 4.600 Quadratmeter (BRI oberirdisch: 34.000, BRI unterirdisch 17.000 m3).
Im Erdgeschoss sind neben der Andienung und der Poststelle eine Cafeteria sowie Konferenzräume geplant. In den Normalgeschossen erlauben 14,10 Meter Raumtiefe variable Büroflächen. Ein Raster von 2,70 Meter ermöglicht Kombizonen, Teambüros oder Großraumnutzung. Die Fassade ist zweischalig mit einer hinterlüfteten Natursteinfassade geplant.

Die Planer
Das Projekt des „3-Liter-Energiehaus“ wird von Carsten Volleth verantwortlich betreut. Er ist, zusammen mit Wolfgang Braun Gesellschafter und Geschäftsführer von Braun & Voigt Planung und Projektmanagement GmbH mit Sitz in Frankfurt. Das Büro wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet und hat bis heute die unterschiedlichsten Bauaufgaben bearbeitet. Objektplanung bildet neben Städtebau und Stadtplanung den Schwerpunkt des Unternehmens. Mehr als 30 qualifizierte Architekten sind dabei für die unterschiedlichsten Projekte zuständig. Viele davon sind auf Erfolge bei der Teilnahme an Wettbewerben zurückzuführen.

Das Modell des „3-Liter-Energiesparhauses“ von Braun & Voigt hat ebenfalls im Wettbewerb überzeugt. Das Konzept nach dem Grundsatz „ so viel Technik wie nötig, so wenig wie möglich“ begeistert: „Wir alle sind in der Verantwortung, wenn es um zukunftorientierte Nachhaltigkeit geht. Energieeffizienz – das passt sehr gut zum Rebstockpark, Frankfurts grünem Stadtteil“, betont Christian Lange, Geschäftsführer der Rebstock Projektgesellschaft.

GRÜN FINDET STADT: Der Rebstockpark
Der Rebstockpark ist der grüne Stadtteil Frankfurts. Hier gibt es 75.000 m² Parklandschaft mit Alleen, Obsthainen, Spielflächen und Liegewiesen sowie weiteren 20.000 m² Wald. Gleich daneben befinden sich Rebstockweiher und das größte Erlebnisbad der Stadt, das Rebstockbad. So grün wie der Rebstockpark ist, so nah ist er: Ob mit Straßenbahn, Bus oder Auto – in kaum mehr als einer Viertelstunde ist man auf der Zeil, in der Goethestraße und am Opernplatz, im Bankenviertel oder am Flughafen, dem größten Arbeitgeber Hessens. Der Rebstockpark läßt den Menschen alle Möglichkeiten offen, Beruf, Familie und Freizeit, Wohnen, Arbeiten, Erholen und Erlebnis flexibel, bequem und mobil zu gestalten. Der Claim “GRÜN FINDET STADT“ unterstreicht dies.

Die Rebstock Projektgesellschaft mbH ist eine Public Private Partnership der Stadt Frankfurt am Main mit privaten Investoren mit der Aufgabe, das Rebstockgelände zu erschließen und zu vermarkten. Das Experten-Team unter der Leitung der beiden Geschäftsführer Christian Lange und Michael Knisatschek unterstützt und berät Interessenten und Investoren zuverlässig und schnell in jeder Phase ihrer Investition.
Zu den Investoren gehören bereits so namhafte Unternehmen wie Wüstenrot, Unfallkasse Hessen, Zürich Versicherung und die Accor Gruppe, die im Rebstockpark ein Ibis-Hotel bauen wird. Mehr Informationen unter www.rebstockpark-ffm.de

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