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Wie die Digitalisierung eine weitere Branche umkrempeln wird – und was auch andere Unternehmen daraus lernen könnten

Mrz 14, 2011   //   by Katharina   //   Aus der Agentur, Entertainment, Kultur, Publishing Houses, Social Media  //  No Comments
Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels: "2011 wird auf dem Markt der eigentliche Durchbruch für das E-Book kommen"

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels: "2011 wird auf dem Markt der eigentliche Durchbruch für das E-Book kommen"

Heute gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. im Vorfeld der Leipziger Buchmesse eine Pressekonferenz mit dem Thema “Umbruch auf dem Buchmarkt? Das E-Book in Deutschland”. Vorgestellt wurden die Ergebnisse aus der gleichnamigen aktuellen Studie des Börsenvereins zusammen mit GfK Panel Services Deutschland.

Um es gleich vorwegzunehmen: Zum einen wurde die Zukunft des E-Books in rosigen Farben geschildert: “2011 wird auf dem Markt der eigentliche Durchbruch für das E-Book kommen”, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Zum anderen wurde aber – für meinen Geschmack schon fast zu penetrant und vielleicht auch zu fokussiert auf Holzmedien – betont, wie sehr die Deutschen gedruckte Bücher lieben. Vielleicht weil man keine richtige
Antwort auf die Frage hat, wie der klassische Buchhändler auf diese Entwicklung reagieren sollte?

“Die Deutschen lieben gedruckte Bücher, der Trend ist nur leicht rückläufig”. Eine etwas seltsame Aussage: der Trend zum gedruckten Buch ist rückläufig?
Das war jedenfalls die Überschrift zu einem Chart mit folgenden Aussagen und Zahlen:

“Ich möchte nicht vom Bildschirm lesen”. Dieser Aussage stimmen 78% der Deutschen zu – vor 2 Jahren waren es noch 83%.

“Ich liebe gedruckte Bücher zu sehr, Gerät reicht nicht an das Leseerlebnis heran.” Dieser Aussage stimmen 85% der Deutschen zu – vor 2 Jahren waren es noch 88%.

Ich sehe daraus folgenden Trend: Die Deutschen lieben gedruckte Bücher weniger. Der Trend zum E-Book nimmt zu. Und zwar in beiden Fragen um 5%.
Das mag manchem zunächst nicht viel erscheinen. Aber die andere Sichtweise ist, dass aktuell 15% der Deutschen der Meinung sind, das Gerät reiche eben doch an das Leseerlebnis gedruckter Bücher heran.

Demgegenüber ist der E-Book-Markt extrem unterentwickelt: nur 0,5 % Umsatzanteil des sog. Käufer-Buchmarktes (d.h. ohne Schule und Wissenschaft).

Das Potenzial für E-Books ist also enorm, wenn die o.g. 15% der Deutschen sich alle erstmal einen entsprechenden E-Reader angeschafft haben. Die Voraussetzungen in diesem Jahr sind nicht schlecht. Gerade hat Apple gemeldet, dass am ersten Wochenende nach Verkaufsstart des iPad2 500.000 Geräte verkauft wurden. Zum Vergleich: Das iPad wurde an dessen Startwochenende 300.000 mal verkauft.
Eine Vielzahl von Herstellern von Tablet-PCs wird in diesem Jahr auf den Markt drängen und diesen erweitern.

Die große Gefahr ist jedoch, dass Deutschland die ganz besondere und man kann sagen weltweit einzigartige Struktur des Buchhandels verlieren wird.
Wozu wird ein Buchhändler bei E-Books noch gebraucht?

Schließlich wirbt ja sogar Thalia, die größte Buchhandelskette Deutschlands:
“Im OYO steckt alles, was unsere Buchhandlungen ausmacht.”
OYO ist der E-Reader von Thalia, mit einem ähnlichen Geschäftsmodell wie Amazon mit dem Kindle.

Es besteht die Gefahr, dass das E-Book-Geschäft von den Verlagen direkt sowie von großen Downloadportalen wie Amazon oder Apple gemacht wird.

Die Antworten des Börsenvereins auf diese Herausforderung des Buchhandels waren zumindest in dieser Pressekonferenz eher dünn.
Die Lösung für den Buchhändler vor Ort sieht Jürgen Horbach, Schatzmeister des Börsenvereins und Vorsitzender der Geschäftsführung des KV&H-Verlags, in mehr Kundenbindung durch mehr Beratung, Werbung, Marketing und Events.

Eine pauschale und wenig konkrete Aussage, die nicht so recht in die Zeit passt. Was vielleicht aber auch dem Umstand geschuldet sein mag, dass der KV&H Verlag sein Geld mit wunderschönen Kalendern macht, der Handlungsdruck bzgl. nicht-physischer digitaler Güter demzufolge geringer ist. Im Gegenteil könnten solche Verlage ja sogar Profiteure der Digitalisierung sein, schließlich müsste der Buchhändler durch E-Books wegbrechende Umsätze ja mit anderen physischen Gütern wettzumachen suchen. Passiert ja auch heute schon mit den sog. “Nonbooks” – wie z.B. Räucherstäbchen und ähnlich kulturell wertvollen Gütern.

Zurück zu den digitalen Herausforderungen des Buchhandels.
Kundenbindung durch mehr Beratung, Werbung, Marketing und Events, lautete der Vorschlag Herrn Horbachs. Wie jetzt konkret?

Digitale Güter wie E-Books sind im Grunde Commodities, Massenware wie Rohstoffe wie Öl oder Kupfer. Kundenbindung funktioniert heutzutage nicht mehr – worum man sich als Unternehmer bemühen muss, ist Kundenloyalität. Kunden lassen sich nicht mehr “binden”, dieses unangenehme Gefühl der Fesselung kennt jeder mit einem Mobilfunkvertrag. Das will man nicht mehr. Der Kunde möchte spüren, dass man sich jeden Tag um ihn bemüht, er belohnt einen dafür mit Loyalität. Manchmal auch mit Kritik und offenen Worten – aber eine faire und offene Diskussion auf Augenhöhe wird einen solchen Kunden zum loyalsten Kunden und größten Fan machen. Der dies dann auch seinem weiteren sozialen Netzwerk kundtun sprich weiterempfehlen wird.
Womit ich endlich den Begriff der sozialen Netzwerke ins Spiel gebracht habe, also Facebook, Twitter, Youtube und Konsorten.
Die “Beratung” wird sich also ins Internet verlagern müssen. Wer geht schon in den Laden, lässt sich beraten und bestellt dann gleich am Terminal zur Lieferung auf sein iPad zuhause?
Es gilt also, eine eigene Unternehmens-Community aufzubauen, dem Leseerlebnis ein soziales Erlebnis an die Seite zu stellen. Dieses soziale Erlebnis gilt es auf mehreren Ebenen zu schaffen. Dem Ansatz Beratung kommt wohl am nächsten, zu einer Autorität in bestimmten Fragen zu werden. Des weiteren: Reziprozität, das Prinzip der Gegenseitigkeit. Schaffung eines sozialen Kontexts auf der Website und live, d.h. Menschen tendieren dazu, ähnlich zu agieren wie ihr Freundeskreis. Events und Lesungen seien hier als Möglichkeiten im realen Leben genannt. Und solche Events, Lesungen, Gewinnspielen oder andere auch digitale Goodies bieten die Chance von Verknappung und speziellen Angeboten.

Ich denke, dass diese Überlegungen zum Buchhandel auch anderen Branchen, die bisher meinen, das Internet würde ihre Welt nicht umkrempeln, nachdenkenswert erscheinen sollten.
Und selbst wenn die Welt (noch) nicht umgekrempelt wird, bieten sich dennoch noch nicht erschlossene Marketingchancen.

Bei der Erschließung derselben stehen wir übrigens gerne mit Rat und Tat zur Seite …

Apps – Die individuellen kleinen Helfer

Feb 9, 2011   //   by Katharina   //   Aus der Agentur, Social Media  //  Kommentare deaktiviert

“Dragon Dictation”

Wollten wir das nicht immer schon? Einfach ins griffbereite Handy sprechen und schwupp – schon kann unser Gedankenfluss transportiert, sprich gepostet werden! Möglich macht das die App “Dragon Dictation”, die sich in den USA großer Beliebtheit erfreut und seit einigen Monaten auch in Deutschland erhältlich ist. Die Grundfunktion erlaubt dem User eines iPhones, iPads oder iPod Touch Spracheingaben aufzuzeichnen

und diese anschließend in Textform weiter zu bearbeiten. Hierzu gehören z.B. die Versendung des Text als Email oder SMS sowie die Veröffentlichung des Textes bei Facebook oder Twitter. Die klassische Aufnahmefunktion macht das mobile Endgerät zudem zu einem Diktiergerät.

Mit der zusätzlichen App „Dragon Search“ können Spracheingaben als Suchanfragen bei

den großen Suchmaschinen (Google, Yahoo) und interaktiven Portalen wie z.B. Twitter und YouTube, genutzt werden. Die Veröffentlichung beider Programme mit mehreren Sprachen ist bereits geplant.

Dragon Dictation

Dragon Dictation

Das Internet vergisst nicht, oder doch!?!

Jan 24, 2011   //   by Xaver   //   Aus der Agentur, Social Media  //  Kommentare deaktiviert

Der Einbezug von Social Media ist heutzutage ein selbstverständliches Tool in der Unternehmenskommunikation. Gerade die stetig wachsende Zahl an digitalen Fotos und deren beliebter Upload auf z.B. Facebook muss sorgfältig bedacht werden. Denn nicht jedes Unternehmen ist an einem lebenslangen Erhalt aller digitalen Fotografien interessiert. Continue reading “Das Internet vergisst nicht, oder doch!?!” »

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